PISA-Papst Professor Peter Struck zu Gast in Stuttgart Drucken E-Mail
Mittwoch, 26. September 2007

„Eine gute Schule erkennt man nicht daran, dass die Lehrer Fragen stellen können, sondern daran, dass die Schüler das können.“ (ein finnischer Lehrer)

Prof. Dr. Peter Struck, Erziehungswissenschaftler an der Universität Hamburg, ist Referent des VDP-Seminars am 9. Oktober 2007, das von 11 bis 17 Uhr in der Geschäftsstelle des VDP Landesverbandes stattfindet. Der streitbare Bildungsexperte übt regelmäßig heftige Kritik am deutschen Bildungswesen und wird auch an diesem Tag in der gewohnt anschaulichen und eindrucksvollen Weise Stellung nehmen.

... Note: 3 minus. Mehr war bislang nicht drin für das deutsche Schulwesen bei den internationalen PISA-Untersuchungen. Und das in einem Land, dass auf den Rohstoff Bildung angewiesen ist wie kaum ein zweites. In dem man jahrzehntelang davon ausging, über eines der besten Bildungssysteme der Welt zu verfügen. Stattdessen sind die deutschen Schüler in Mathematik, Lesen oder in Naturwissenschaften nur unteres Mittelfeld. Als "PISA-Schock" wurden 2000 die Ergebnisse der ersten PISA-Studie in der deutschen Öffentlichkeit bewertet, das Vertrauen von Schülern und Eltern in das staatliche Schulwesen sank drastisch.

Das kostenpflichtige Seminar ist offen für alle Interessierten aus dem Bildungswesen: Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Schüler/innen, Fachleute aus Verwaltung, Politik und Forschung. Bitte melden Sie sich bei der Geschäftsstelle des Landesverbandes an (0711-2361617) – hier gibt es auch weitere Informationen.

Seit dem Jahr 2001 haben sich etwa 5.000 der 42.000 deutschen Schulen auf den Weg in die Zukunft gemacht, und diese sind nunmehr zum Teil besser als die besten finnischen und schwedischen Schulen. Etwa 2.500 der 5.000 besonders guten deutschen Schulen sind Privatschulen, was ein hoher Prozentsatz ist. Von den fast 39.000 staatlichen Schulen sind auch etwa 2.500 in der Zukunft angekommen, was ein niedriger Prozentsatz ist.

Welche Aussagen lassen die PISA- Untersuchungen über das private Schulwesen zu? Welche Konsequenzen können die Privatschulen hierzulande aus den Ergebnissen ziehen? Und wie sehr entsprechen ihre Strukturen, ihre Lehr- und Lernmethoden den Schulen in den PISA- Siegerländern?

Dem Hamburger Erziehungswissenschaftlers geht es in seinem Seminar um die 7 Merkmale einer guten Schule und um die Erkenntnisse der Hirnforschung über die Art und Weise, wie junge Menschen lernen. Struck nennt das die 15 Gebote des Lernens, mit denen es um die Umsetzung der Frage geht, wie junge Menschen in kürzerer Zeit mehr lernen, ohne dass das mehr Geld kosten muss.

Er zeigt dabei Videoszenen aus Finnland, Schweden, Kanada und Deutschland, um zu veranschaulichen, wie effiziente Schulen ausgestattet sind und das Lernen organisieren. Dazwischen wird in Diskussionsphasen das Publikum miteinbezogen, so dass jeder Teilnehmer in die Lage versetzt wird, sich aus den gebotenen 200 Bausteinen genau diejenigen für seine künftige Arbeit herauszusuchen, die er sich zutraut, denn wenn eine Schule gut ist, ist sie nie aufgrund einer Regierung gut, sondern immer nur aus sich selbst heraus. Die Sonne geht eben immer von unten auf, nie von oben.

Der Verband Deutscher Privatschulen, Landesverband Baden-Württemberg ist Interessenvertretung für über 250 Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft von Baden-Württemberg mit Geschäftsstelle in Stuttgart. Als Berufsverband leistet der VDP Lobbyarbeit für das freie Bildungswesen, berät seine Mitgliedsschulen individuell und informiert über Entwicklungen und aktuelle Fragen im Schul-, Bildungs- und Berufsbildungswesen. Zusammen mit den konfessionellen Privatschulverbänden, der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Waldorfschulen und der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime bildet der Verband Deutscher Privatschulen die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Baden-Württemberg.

Verantwortlich: Yvonne Görmar, Pressereferentin