Privatschulförderung 2008 - ein Schritt in die richtige Richtung Drucken E-Mail
Montag, 19. November 2007

1,4 Millionen Euro sollen es mehr sein in 2008 für die Schulen in freier Trägerschaft - diese Nachricht erfreut den Verband Deutscher Privatschulen, Landesverband Baden-Württemberg (VDP). Doch trotz der vielen Nullen ist diese Summe allerdings nur ein Taschengeld: Bei 97.700 Schüler/innen an allgemein- und 36.700 an berufsbildenden Schulen macht das gerade einmal 10 € pro Kopf im Jahr. Falls es überhaupt eine Steigerung pro Schüler gibt und die 1,4 Millionen nicht nur für die gestiegenen Schülerzahlen an Privatschulen gebraucht werden - vom Schuljahr 05/06 auf 06/07 immerhin eine Steigerung von rund 4000 Schülern.

Seit vielen Jahren setzt sich der Verband für eine bessere Förderung der Privatschulen des Landes ein. "Der versprochene Einstieg in eine höhere Bezuschussung der Schulen in freier Trägerschaft scheint gelungen zu sein - aber ob es tatsächlich zu einer höheren Auszahlung pro Kopf kommt, bleibt abzuwarten.", schätzt VDP-Vorsitzender Andreas Büchler die Lage ein.

Entscheidend ist nun, wie es weitergeht. "Auch bei einer Förderung von 80 % der Kosten eines staatlichen Schülers spart das Land immer noch 20 % pro Privatschüler.", so Büchler weiter. Bei den Beratungen zum Doppelhaushalt 2009 im nächsten Frühjahr werden die Privatschulen ein besonderes Augenmerk darauf richten, ob die Regierungsfraktionen sich dann immer noch an die Zusage aus dem Koalitionsvertrag erinnern; auch Ministerpräsident Günther H. Oettinger hatte in seiner Regierungserklärung eine bessere Unterstützung der freien Schulen angekündigt.

Das Bruttokostenmodell (BKM), eine umfangreiche Regelung zur Berechnung der Kosten eines staatlichen Schülers, ist seit mehr als einem Jahr im Privatschulgesetz von Baden-Württemberg verankert. "An der tatsächlichen Höhe der Finanzhilfe hat es indes nichts geändert - diese wird nach wie vor aus dem hypothetischen Gehalt eines Lehrers der jeweiligen Schulart (dem sog. Eckmann) errechnet und pro Schüler/in ausgezahlt.", weist der VDP-Geschäftsführer Mathias Hörnisch auf ein weit verbreitetes Missverständnis hin. Das BKM dient bis heute lediglich der Vergleichbarkeit und ist auch nicht Grundlage für die Erhöhung der Zuschüsse. Für eine verbindliche Regelung einer tatsächlichen Erhöhung müsste das Privatschulgesetz geändert werden - ein langer Weg.

Verantwortlich: Yvonne Görmar, Pressereferentin