| Theatergruppe der Stephen-Hawking-Schule spielte „BILDerLEBEN“ |
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| Von David Stoll | |
| Freitag, 21. Mai 2010 | |
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Schüler beeindruckten mit Eigenproduktion
Die Sprache der Bilder ist nicht immer eindeutig. Im Fall der Eigenproduktion der Theatergruppe an der Stephen-Hawking-Schule, die den Titel „BILDerLEBEN" trägt, ist sie mindestens dreideutig oder eben so vieldeutig wie die Phantasien im Publikum selbst. In der jungen Oper in Mannheim feierte das Stück kürzlich Premiere. An drei aufeinanderfolgenden Tagen wurde es anschließend im Hörsaal der SRH gespielt. Wenn Beate Brechter, die zusammen mit Michael Schmidt die Theatergruppe leitet, auf die vergangenen Wochen zurückblickt und sich an die Entwicklung des Stückes erinnert, spricht sie von einer „Beinahe-Überforderung" der jungen Schauspieler, zehn an der Zahl im Alter zwischen zwölf und 22 Jahren. Von Überforderung indes merkt das Publikum nichts oder die Talente, die die Privatschule für Körperbehinderte besuchen, lassen sich nichts anmerken.
Gleich zu Beginn des Stücks kommt die österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker zu Wort:" Ich lebe in Bildern, ich steige solange hinein, bis es Sprache wird." Das Leben der Bilder oder das Erleben der Bilder bringt das szenische Spiel nachhaltig und im intensiven Spiel näher. Drei junge Leute bewerben sich um eine Stelle in der Werbebranche. Jedem Bewerber wird eine Bildbetrachtung zur Aufgabe gestellt. Dabei entwickeln die Bilder in den Köpfen der Betrachter ein Eigenleben einmal märchenhaft, einmal improvisierend und einmal abstrakt bis absurd. Bilder machen etwas mit uns, lösen etwas aus, brechen etwas auf. Die Akteure treten in einen Dialog mit dem Bild, das zum Leben erwacht, aus seinem Rahmen heraus in Interaktion mit dem Betrachter tritt. Da es sich um eine Eigenproduktion handelt und nichts anderes führt Beate Brechter mit den Theatergruppen seit Jahren nun schon erfolgreich durch, waren die Schauspieler selbst gefordert, das Stück mit Innenleben zu füllen, Ideen einzubringen.
Das Ergebnis führt den Zuschauer in eine Welt der Assoziationen, der Emotionen und der Beziehungskonstellationen. Die Protagonisten spiegeln sich in den Bildern, die Aspekte ihres Ichs sind, erleben Momente des Angenommenseins, des verletzt Werdens, der Freude und der Traurigkeit. „Du bist so grau und so leer", sagt ein junger Mann zu seinem Spiegelbild. Ein anderer stellt fest:" Der Spiegel zeigt mir jeden Morgen meine hässliche Fratze." Die Schauspieler dürfen in dem Stück viele Register ziehen - Technik und Musikauswahl sind optimal abgestimmt - und auch einmal im wilden rockigen Tanz mit nacktem Oberkörper über sich hinauswachsen. „Jetzt haben sie gesehen, was in einem vor sich geht, wenn ein einfaches Bild betrachtet wird", heißt es am Ende, als alle drei Bewerber das Publikum in ihr Erleben mitgenommen hatten. Sie ziehen ein Resümee und kommen zu dem Schluss, dass die Werbebranche zum jetzigen Zeitpunkt doch noch nichts für sie ist. Denn: "Bevor ich anderen Leuten etwas auf die Nase binde, muss ich mich erst selbst finden." |

