Unser Mitglied SRH Schulen Neckargemünd: Gemeinsam Gesund: Gesundheitswoche an der SRH Stephen- Hawking-Schule Bad Wimpfen und der Ludwig-Frohnhäuser- Schule

Juni 2026

Der Workshop war Teil der gemeinsamen Gesundheitswoche der SRH Stephen-Hawking-Schule Bad Wimpfen (SHS) und der Ludwig-Frohnhäuser-Schule (LFS), die vom 8. bis 12. Juni unter dem Motto „Sport, Bewegung und Gesundheit“ stattfand. Organisiert wurde die Projektwoche vom Team „Bewegtes Schulhaus“ der Lehrkräfte Frau Harder, Frau Hoffmann und Frau Kubach. Bereits seit den Weihnachtsferien liefen die Vorbereitungen für die vielfältigen Angebote.

Über die Woche verteilt sorgten die Bundesjugendspiele, ein Stadtspiel sowie zahlreiche Workshops für jede Menge Bewegung unter den Schüler:innen der Grundschule und der Sekundar-stufe. Ob beim Volleyball, Golf, Tennis, Basketball, Klettern, Inlineskaten, Tanz oder bei Ange-boten rund ums Pferd – langweilig wurde es niemandem. Unterstützt wurden die Schulen dabei von verschiedenen externen Partnern, darunter ein Golf- und Tennisclub sowie ein Pilates-Studio. „Die Partner waren toll“, betont Lehrerin Frau Hoffmann.

Besonders eindrücklich blieb vielen Teilnehmenden der Workshop „Behinderung erleben“ in Erinnerung, welcher von Sabrina Harst, Heilerziehungspflegerin der SHS, organisiert wurde. Unterstützt wurde sie von Physiotherapeutin Stephanie Hirthammer sowie zeitweise von Ergotherapeutin Stefanie Hagyo-Dold. Ziel des Workshops war es, für die Herausforderungen zu sensibilisieren, mit denen Menschen mit Einschränkungen im Alltag konfrontiert sind.

Zu Beginn erhielten die zwölf Teilnehmenden einen altersgerechten Einblick in die Entstehung verschiedener Behinderungsformen. Anschließend zogen sie Lose und schlüpften in unter-schiedliche Rollen: Seh- und Höreinschränkungen wurden ebenso simuliert wie Spracheinschränkungen, Muskelerkrankungen, Bewegungsstörungen oder die Nutzung eines Rollstuhls. Alle Einschränkungen wurden freiwillig ausprobiert und später untereinander getauscht.

Wie schnell selbst einfache Tätigkeiten schwierig werden können, zeigte sich bereits beim gemeinsamen Frühstück. Eine Brezel mit Butter zu bestreichen oder sich Hilfe zu holen, kostete manche Schüler:innen deutlich mehr Überwindung als erwartet. In Gesprächen wurde anschließend erklärt, welche wichtige Rolle das Gehirn bei Bewegungsabläufen spielt und welche Unterstützung Therapien wie Physiotherapie und Ergotherapie bieten können.

Auch die praktischen Aufgaben stellten die Teilnehmenden vor so manche Herausforderung. Während ein Teilnehmer mit Spracheinschränkung eine Bluetooth-Box aus dem Lehrerzimmer holen musste, sollte ein anderer trotz schwerer Gewichtsweste und zusätzlicher Gewichte einen Kühlakku im ersten Stock besorgen. Ein sehbeeinträchtigter Schüler und ein Rollstuhlfahrer machten sich auf die Suche nach dem Speiseplan. Dabei wurden nicht nur körperliche Hürden sichtbar: Auch Kommunikationsprobleme, Missverständnisse und Situationen unbeabsichtigter Ausgrenzung wurden für die Teilnehmenden unmittelbar erfahrbar.

Einen bleibenden Eindruck hinterließen vor allem persönliche Begegnungen. Eine Schülerin der achten Klasse berichtete offen von ihrem Leben im Rollstuhl, von Vorurteilen, fehlender Barrierefreiheit und Situationen, in denen selbst ein spontaner Besuch bei Freundinnen und Freunden an einem Treppenhaus scheitern kann. Auch ein Schüler aus dem Autismus-Spektrum schilderte seine Erfahrungen und verglich Autismus mit einem Computerspiel, das unterschiedliche Level und Herausforderungen bereithält.

Zum Abschluss erhielten die Jugendlichen außerdem Einblicke in pflegerische Situationen. Da-bei wurde deutlich, dass körperliche Unterstützung häufig auch bedeutet, persönliche Grenzen zu überwinden und Nähe zuzulassen.

Das abschließende Reflexionsgespräch fiel durchweg positiv aus. Besonders die Begegnungen und gemeinsamen Erfahrungen mit Menschen mit Einschränkungen hinterließen bei den Teil-nehmenden einen nachhaltigen Eindruck. Bei einigen Teilnehmenden zeigte sich ein spürbarer Perspektivwechsel: Statt Menschen mit Einschränkungen vor allem über ihre Andersartigkeit wahrzunehmen, rückten ihre Stärken, Leistungen und ihr selbstverständlicher Umgang mit Herausforderungen in den Vordergrund. Respekt und Anerkennung prägten die Rückmeldungen der Schüler:innen.

Ob Bewegung, Ernährung, mentale Gesundheit oder gesellschaftliche Teilhabe – die Gesundheitswoche eröffnete den Schüler:innen der SHS und der LFS vielfältige Zugänge zum Thema Gesundheit. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse werden viele von ihnen noch lange begleiten. Und schon jetzt ist die Vorfreude groß: Viele Schüler:innen fragen bereits, wann die nächste Gesundheitswoche stattfinden wird.

 

Fotohinweis:

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Foto 1: Einmal den mobilen Lifter ausprobieren: Frau Harst (l.) und Frau Hirthammer (r.) zeigen ei-nem Schüler, wie es funktioniert.
Foto 2: Die stolzen Organisatorinnen der Gesundheitswoche: Frau Harder, Frau Hoffmann und Frau Kubach erhalten einen Blumenstrauß.

 

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